Christa Wolfs Werk  gehört zur Weltliteratur.  Es wurde in 40 Sprachen übersetzt.

Ihr Werk hat Folgen. Von Beginn an polarisierten viele ihrer Prosatexte die LeserInnen. Die Mehrheit ihrer Bücher erschien in Ost und West gleichzeitig, wurde jedoch in beiden Deutschlands unterschiedlich gelesen. Über fünf Jahrzehnte verfolgte die Autorin eine Poetik der „subjektiven Authentizität‟, die auf individuelle wie gesellschaftliche Verantwortung zielt. Für verschiedene Gegenstände entwickelte sie literarisch innovative Formate, seien es gattungs-erweiternde „Kindheitsmuster“ (1976), ein Werk lyrischer Prosa wie „Kein Ort. Nirgends“ (1979), die Verbindung aus Erzählung und Vorlesung im „Kassandra“-Projekt (1983), die poetisch-szenische Komposition „Medea. Stimmen“ (1996) oder die über fünf Jahrzehnte reichende zeithistorische Chronik „Ein Tag im Jahr“.

Biographie

Kindheit, Flucht und Bildungsgang (1929-1953)

1929

18. März · Geburt in Landsberg an der Warthe, heute: Gorzów Wielkopolski (Polen)

1930

12. Juni · Taufe

1935

Ostern · Einschulung

1943

März · Konfirmation

1945 / 1946

Schreibkraft beim Bürgermeister von Gammelin, ein Dorf bei Schwerin

1946

Oberschule in Schwerin
Aufenthalt im Lungensanatorium Kalkhorst bei Boltenhagen

1947

Umzug der Familie nach Bad Frankenhausen

1949

Abitur an der Oberschule in Bad Frankenhausen
Eintritt in die SED
September · Studium der Germanistik in Jena

1950

August · Verlobung mit Gerhard Wolf

1951

28. Juli · Heirat
September · Wechsel an die Universität Leipzig

1952

Januar · Geburt der Tochter Annette

1953

Frühjahr · Staatsexamen und Diplomarbeit bei Prof. Hans Mayer:
Prob­leme des Realismus im Werk Hans Falladas
Umzug nach Berlin-Karlshorst

Lektorin und erste Bücher (1953-1962)

1953 – 1955

Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband

1955

Mitglied des Vorstandes des Deutschen ­Schriftstellerverbandes – bis 1977

1956

Cheflektorin des Verlages »Neues Leben«
28. September · Geburt der Tochter Katrin („Tinka“)

1958-1959

Redakteurin der Zeitschrift »Neue Deutsche ­Literatur«
Kontaktaufnahme durch das Ministerium für Staats­sicherheit;
bis 1962 wird Christa Wolf als »GI« geführt

1959

Umzug nach Halle/Saale

1959-1962

Lektoratsarbeit für den Mitteldeutschen Verlag Halle

1960

März · Beginn der Studienaufenthalte im VEB Waggonbau Ammendorf
bei Halle, dort Leitung eines Zirkels schreibender Arbeiter

1961

Mai · Reise nach Prag
Moskauer Novelle erscheint
Juni · Kunstpreis der Stadt Halle
Arbeit mit Konrad Wolf am Drehbuch Moskauer ­Novelle – der Film wurde nicht realisiert

1962

August · Umzug nach Kleinmachnow bei Potsdam
November / Dezember · Vorabdruck Der geteilte ­Himmel
in der Zeitschrift »forum«

Schriftstellerin unter dem geteilten Himmel (1963-1971)

1963

Januar · Teilnahme an einer Schriftstellertagung in Prag (damalige CSSR)
Kandidatin des Zentralkomitees der SED (nur bis zum VII. Parteitag 1967)
April · Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR
Mai · Der geteilte Himmel erscheint
Herbst · Literaturdiskussion der Hallenser SED-­Zeitung »Freiheit« mit ideologischen Angriffen gegen Christa Wolf und ihr Buch Der geteilte Himmel
September · Lesereise durch die DDR
Oktober · Reise nach Moskau; mit Brigitte Reimann

1964

März · Reise in die Bundesrepublik Deutschland
April · Rede auf der 2. Bitterfelder Konferenz
Juni · Reise nach Ungarn mit Franz Fühmann
September · Premiere des Films Der geteilte Himmel, Regie Konrad Wolf
Oktober · Nationalpreis III. Klasse für Kunst und Literatur der DDR

1965

Aufnahme in das P. E. N.-Zentrum der DDR
Mai · Teilnahme am Internationalen Schriftsteller­treffen in Weimar
Teilnahme am P.E.N.-Kongreß in Bled/Jugoslawien
Arbeit am Drehbuch Fräulein Schmetterling
Dezember · Rede auf dem 11. Plenum des ZK der SED

1966

Juli / August · Reise nach Prag (damalige CSSR) und in die Beskiden
Oktober / November · Reise in die damalige Sowjetunion, nach Moskau
und nach Gagra/Georgien

1967

März · Beendigung des Manuskripts von
Nachdenken über Christa T.
Die Erzählung Juninachmittag  erscheint.
Nach dem Rohschnitt wird die Weiterarbeit am Film Fräulein Schmetterling verboten; wesentliche Mitwirkung am Drehbuch

1968

Juni / Juli · Reise in die damalige Sowjetunion zu einem Kolloquium zum 100. Geburtstag von Maxim Gorki. Erste Begegnung mit Max Frisch auf ­einer Wolgafahrt. November · Premiere des Films Die Toten bleiben jung, nach Anna Seghers, Szenarium von Christa Wolf

1969

Februar · Nach Überwachungen der Wolfs seit 1965 wird im Mini­sterium für Staatssicherheit der »Opera­tive Vorgang Doppelzüngler« angelegt – bis 1989
März · Lesereise nach Schweden
Mai · Auf dem VI. Schriftstellerkongress der DDR werden erste Exemplare
von Nachdenken über Christa T.  verkauft, im Impressum steht 1968

1970

Mai · Lesereise in der Bundesrepublik Deutschland
Juli · Reise nach Moskau und Leningrad: Begegnungen mit
Efim Etkind, Lew Kopelew, Lew Ginsburg, Juri ­Trifonow und
Wladimir Tendrajakow
Oktober · Reise nach Warna in Bulgarien
Dezember · Arbeit am Filmszenarium zu Till Eulenspiegel  beendet

1971

Juli · Reise in ihren Geburtsort nach Gorzów Wielkopolski/Polen, ehemals Landsberg an der Warthe
August / September · Reise nach Paris, dort Treffen mit Stephan Hermlin

Kindheitsmuster und essayistische Reflexionen (1972-1980)

1972

Beginn der Arbeit an Kindheitsmuster
Die Essaysammlung Lesen und Schreiben  erscheint
Juni · Reise nach Prag
August · Lesereise durch das Braunkohlenrevier rundum Hoyerswerda
November · Teilnahme an einer P.E.N.-Tagung in West-Berlin

1973

April / Mai · Teilnahme an der Tagung des Internationalen P.E.N. in Stockholm
Juli · In Moskau zu einer Tagung zum 80. Geburtstag Wladimir Majakowskis
Till Eulenspiegel. Erzählung für den Film. ­erscheint

1974

Aufnahme in die Akademie der Künste der DDR
März bis Mai · »Writer in Residence« am Oberlin-­College/Ohio, USA
Oktober · Lesereise zur Buchmesse in Frankfurt/Main
Der Erzählungsband Unter den Linden  erscheint
Herausgabe: Anna Seghers. Glauben an Irdisches. Essays aus vier Jahrzehnten

1975

März · Reise nach Prag
Erster Sommer in Neu-Meteln in Mecklenburg
Oktober · Lesereise in der Schweiz, erneute Begegnung mit Max Frisch

1976

März · Umzug nach Berlin
Juni · Erste Notizen zu Sommerstück
November · Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR – Christa und Gerhard Wolf sind Mitverfasser der Protesterklärung – Gegenkampagne und Disziplinierungsmaßnahmen, Gerhard Wolf wird aus der SED ausgeschlossen – demonstrative Stasi-Über­wachung
Dezember · Kindheitsmuster  erscheint

1977

Arbeit an Kein Ort. Nirgends
Beschäftigung mit der deutschen Romantik
Februar · SED-Parteistrafe: Strenge Rüge
Februar / März · Ungarn-Reise, Kur in Héviz
August · Austritt aus dem Vorstand des Schriftstellerverbandes
Oktober · Teilnahme am Steirischen Herbst in Graz
zum Thema »Weibliches Schreiben«

1978

Januar · Bremer Literaturpreis
April / Mai · Gastvorlesungen an der University of Edinburgh;
Lesungen in Birmingham, Swansea und London
Mai / Juni · Teilnahme am P.E.N.-Kongress in ­Stockholm
September · Reise nach Warschau

1979

Kein Ort. Nirgends  erscheint
Die Essaysammlung Fortgesetzter Versuch erscheint
Herausgabe: Karoline von Günderrode. Der Schatten eines Traumes – mit gleichnamigem Essay
Juni · Protest beim P.E.N.-Zentrum der DDR und beim Schriftstellerverband gegen die offiziellen Verleumdungen von Stefan Heym und den Ausschluss von neun Kollegen aus dem Schriftstellerverband
Mai, Oktober, November · Lesereisen in der Bundes­republik
Oktober · Aufnahme in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt
Erste Fassung von Was bleibt

1980

März / April · Reise durch Griechenland und Kreta: Beschäftigung mit der vorklassischen griechischen Antike
Arbeit an Sommerstück
September · Teilnahme am P.E.N.-Kongress in Kopenhagen
Lesereisen in der Bundesrepublik Deutschland
Oktober · Georg-Büchner-Preis der Deutschen ­Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt

Anverwandlung mythischer Themen (1981-1986)

1981

Beginn der Arbeit an Kassandra
Kontakte mit den Autoren und Künstlern der »Prenzlauer Berg-Szene«
Oktober · Reise in die Bundesrepublik Deutschland zur Frankfurter Buchmesse
Aufnahme in die Akademie der Künste Berlin-West
Dezember · Lesungen und Verlagsverhandlungen in Moskau
Teilnahme an der »Berliner Begegnung zur Friedensförderung«

1982

Mai · Teilnahme am Haager Treffen für den Frieden
Mai / Juni · Poetik-Vorlesungen an der Johann ­Wolfgang ­Goethe-Universität
in Frankfurt/Main; Lesereisen
Dezember · Lesereise nach Paris und Tours

1983

Februar · Reise zur Kur in die CSSR
Kassandra  erscheint
Mai / Juni · Reise in die USA, Ehrendoktor der Ohio-State-University
in Columbus; dort Gastprofessur
Juli · Das Wochenendhaus in Neu-Meteln brennt ab
November · Friedrich-Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg

1984

März, April, Juni · Lesereisen in Österreich, Italien und
der Bundesrepublik Deutschland
Franz-Nabl-Preis der Stadt Graz
Juni · Erwerb des Wochenendhauses in Woserin / Mecklenburg
Aufnahme in die Europäische Akademie der Künste und Wissenschaften Paris

1985

Christa und Gerhard Wolf: Ins Ungebundene gehet eine Sehnsucht. Gesprächsraum Romantik  erscheint
März / April · Lesereisen in Österreich und Frankreich
März · Österreichischer Staatspreis für Europäische ­Literatur
Mai · Ehrendoktor der Universität Hamburg
Juli und September · Reisen nach Köln zur Beerdigung und
zur Gedenkfeier für Heinrich Böll
Honory Fellow der Modern Language Association of America

1986

Die Dimension des Autors. Essays und Aufsätze, ­Reden und Gespräche 1959 – 1985. erscheint
Februar · Beginn der »Weibertreffs« mit Kolleginnen,
der seitdem jeden Monat stattfindet
Juni · Internationaler P.E.N.-Kongreß in Hamburg
Reise nach Griechenland, Insel Paros und Delphi
Juni · Beginn der Arbeit an Störfall
September · Reise nach Zürich zur Aufführung einer Theaterfassung von Kassandra
Mitglied der Freien Akademie der Künste, Hamburg
November · Lesereise nach Barcelona

Texte und Reden in der Friedlichen Revolution (1987-1989)

1987

Störfall. Nachrichten eines Tages. erscheint
Mai · Schriftstellertreffen »Berlin – Ort des Friedens«
Juni · Reise nach Moskau und nach Litauen
Oktober · Christa Wolf vergibt in Frankfurt/Main den Kleist-Preis
an Thomas Brasch
»Kassandra«-Kunstausstellung in Halle
Nationalpreis I. Klasse für Kunst und Literatur
November · Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München
Oktober / Dezember · Gastprofessur an der Eidgenös­sischen Technischen Hochschule Zürich

1988

Ansprachen. Reden Briefe Reflexionen. erscheint
Mai · Reisen nach Tübingen und Rotis
Juni · Schwere Erkrankung, mehrere Operationen
Plan zu einer »Friedensbibliothek« mit Inge und Walter Jens, die bei Reclam Leipzig und Luchterhand Neuwied ­erscheinen sollte

1989

Sommerstück erscheint
März · Teilnahme an der Tagung des P.E.N.-Zentrums der DDR – Christa Wolf fordert eine Resolution gegen die Inhaftierung
Václav Havels
April / Mai · Erneute Erkrankung
Juni · Austritt aus der SED
8. Oktober · Deutschlandweit gesendetes Radio-Interview mit Gerhard Rein
zur aktuellen Lage in der DDR
9. – 14. Oktober · Reise nach Moskau auf Einladung von
Tschingis Aitmatow, dem Chefredakteur der Zeitschrift »Innostrannaja Literatura«
28. Oktober · Rede in der Berliner Erlöserkirche
4. November · Rede auf dem Berliner Alexanderplatz
ab November · Mitglied der Kommission zur Unter­suchung
der Polizei-Übergriffe am 7. und 8. Oktober in Berlin
November · Eine Diskussion zu Störfall  in der Aka­demie der Künste führt zur ­Bildung des »Gesprächskreises Christa Wolf«
Dezember · Mitverfasserin des Aufrufs »Für unser Land«

Autorin im Fokus öffentlicher Auseinandersetzungen (1990-2002)

1990

Januar und April · Ehrendoktorate der Universität ­Hildesheim
und der Freien Universität Brüssel
September · Verleihung des Ordens »Officier des arts et des lettres« in Paris
Premio Mondello in Palermo/Sizilien
Oktober · Reise in ihre Geburtsstadt  Gorzów Wielkopolski/Polen, ehemals  Landsberg an der Warthe.
Mit Gerhard Wolf Gründung des Verlages
Gerhard Wolf Janus press GmbH. 
Die Veröffentlichung von Was bleibt  löst den ­»Deutschen Literaturstreit« aus. Reden im Herbst und  Im Dialog  erscheinen sowie 
Angepasst oder mündig. Briefe an Christa Wolf im Herbst 1989.

1991

Juni · Reise nach Zürich zum Begräbnis von Max Frisch
Juni · Honorary Member of the American Academy of Arts
and Letters
Beginn der Arbeit an Medea
Oktober · Reise in die Schweiz; Lesung in der Galerie Erker
in St. Gallen; Ausstellung von Günther Uecker

1992

Einsicht in die MfS-Überwachungs-Akten
März · Lesung in Milano mit Kazimierz Brandys
Mai · Erich Fried-Ehrung in Wien mit Verleihung des Erich-Fried-Preises
an Paul Parin
Mai · Lesereise nach London
Juli · Ferienreise in die Bretagne
September 1992 – Juli 1993 · Scholar am Getty-Center in Santa Monica

1993

Christa Wolf macht ihre früheren Kontakte zum Ministerium für Staatssicherheit bekannt – heftige Auseinandersetzungen in der deutschen Presse – Christa Wolf veröffentlicht den Band Akteneinsicht Christa Wolf.
Austritt aus den Akademien der Künste Berlin-Ost und -West
Juli · Gastdozentur in Hanover, Vermont, USA
Rückkehr nach Deutschland aus den USA
Sei gegrüßt und lebe. Eine Freundschaft in Briefen. Briefwechsel mit Brigitte Reimann erscheint

1994

Auf dem Weg nach Tabou erscheint
Januar · Verleihung der Rahel Varnhagen van Ense-Medaille
des Landes Berlin an Christa und Gerhard Wolf
Oktober · Aufnahme in die Akademie der Künste ­Berlin-Brandenburg
November · Erste Hüftoperation

1995

Mai · Reise nach Kraków und Gdansk mit Günter Grass
Was nicht in den Tagebüchern steht erscheint sowie Monsieur, wir finden uns wieder
August · Ausstellung »Unsere Freunde, die Maler« in der  Kurt Tucholsky Gedenkstätte in Rheinsberg; dazu erscheint das gleichnamige Buch

1996

Medea. Stimmen erscheint
Juli · Aufenthalt in der Villa Waldberta in Feldafing
Oktober · Medea-Performance in Lissabon

1997

Februar · Ausstellung »Künstlerinnen zu Medea« im Frauenmuseum Bonn
April, Juni, Juli · Medea-Lesung in Prag; Performances in Leipzig und Verbier/Schweiz
Mai / Juni · Ehrendoktor der Universität Turin; Aufenthalt in der Toscana
Juni · Premieren der Medea-Theaterfassungen vom ­Wiener Burgtheater und vom Schauspielhaus Leipzig
Juni · Teilnahme an den Trauerfeiern für Franci ­Faktorová in Prag und Lew Kopelew in Köln
Oktober · Lesung bei der Soiree zum 70. Geburtstag von Günter Grass im Hamburger Schauspielhaus

1998

Im Stein  erscheint
März · Haydn-Messe In tempore belli  mit Zwischentexten
von Christa Wolf im Großmünster Zürich

1999

März · Veranstaltung zum 70. Geburtstag in der ­Akademie der Künste Berlin
mit Performance Im Stein
Mai · Elisabeth-Langgässer-Preis der Stadt Alzey
September · Lesung in Kreisau/Krzyzowa in Polen
Oktober · Bogumil-Linde-Preis der Partnerstädte Göttingen
und Torun
Dezember · Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund
Hierzulande.Andernorts erscheint bei Luchterhand

2000

Mai / Juni · Medea-Performances in ­Paris, Lyon und Toulouse
Aufenthalt in La Napoule an der Cote d´Azur
Oktober · Lesereise nach Süddeutschland
November · Hommage zum 100. Geburtstag von Anna Seghers
in der Akademie der Künste Berlin

2001

Mai · Trauerfeier für Hans Mayer auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof Berlin
November · Teilnahme an der Debatte von Schriftstellern mit Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Krieg in Afghanistan

2002

Leibhaftig erscheint
Januar · Lesung 27. September 2001 im Bundes­kanzleramt –
mit Emine Özdamar und Günter Grass
März · Verleihung des Bücherpreises für das Gesamtwerk durch Günter Grass auf der Leipziger Buchmesse
September · Uraufführung des Oratoriums Medea in Korinth
von Georg Katzer
Oktober · Lesung in Wroclaw
Dezember · Buchpremiere des Künstlerbuches Asso­ziationen in Blau von Christa Wolf und Gerda Lepke
Dezember · Plakette der Freien Akademie der Künste in Hamburg

Rückschau und Selbstbefragung (2003-2011)

2003

Januar · Treffen von Intellektuellen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder
zum Irak-Krieg
Ein Tag im Jahr 1960 – 2000
Herr Wolf erwartet ­Gäste und bereitet für sie ein ­Essen vor
Christa Wolf und Anna Seghers: Das dicht besetzte Leben
erscheinen
Mai · Lesereise nach Paris und der Île de Ré
August · »Dichterin zu Gast« bei den Salzburger ­Festspielen
November / Dezember · Lesungen aus Ein Tag im Jahr in Erfurt, Wolfenbüttel, Nürnberg, Stuttgart

2004

März · Feiern zum 75. Geburtstag auf der Leipziger Buchmesse
Christa Wolf, Charlotte Wolff · Ja, unsere Kreise berühren sich. Briefe erscheint

2005

Mit anderem Blick erscheint bei Suhrkamp
Hermann-Sinsheimer-Preis der Stadt Freinsheim
Lesungen u.a. in Dresden, Marbach und Neuhardenberg

2006

Der Worte Adernetz. Essays erscheint
März · Kur am Bodensee
September · Reise nach Winkel am Rhein

2007

Juli · Rede auf dem Kongress der internationalen Psychoanalytischen Vereinigung
November · Kammeroper und Performance Medea, gemeinsame Interviews mit Gerhard Wolf für Zeitzeugen-TV

2008

Februar · Kur in Piestany

2009

Mehrere wochenlange Krankenhaus-Aufenthalte

2010

Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud erscheint bei Suhrkamp.
Ehrung mit dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, dem Uwe Johnson-Preis in Neubrandenburg und
dem Hörspielpreis „Hörkules“

2011

1. Dezember · In Berlin verstorben. Ehrengrab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof.