Christa-Wolf-Kabinett in Gorzów

Zimmer mit Dokumenten und Artefakten zum Leben und Werk Christa Wolfs in der Stadtbibliothek in Gorzów (Foto: Gregor Stach)

Christa Wolfs Geburtsstadt Gorzów Wielkopolski in Polen (ehm. Landsberg a.d. Warthe) hat einen weiteren Ort zum Gedenken an die berühmte Autorin: In der Gorzówer Stadtbibliothek wurde am 30.01.2018 das „Christa-Wolf-Kabinett“ eröffnet, ein Raum mit Möbeln, Dokumenten, Fotos, Erinnerungsstücken und Video-Dokumentationen rund um Leben und Werk der Schriftstellerin. Die Christa Wolf Gesellschaft freut sich, die Ausstellung durch Finanizierung des Projektors für die Video-Dokumentation unterstützen zu können.

Dass das Erinnerungszimmer an diesem Tag offiziell eingeweiht wurde, ist kein Zufall: Traditionell wird am 30.01. jeden Jahres in Gorzów der „Tag der Erinnerung und Versöhnung“ begangen; der Tag, an dem die sowjetische Armee Gorzów/Landsberg erreichte und die deutsche Bevölkerung auf der Flucht war, auch Christa Wolf mit ihren Eltern. Erst Jahrzehnte später nahmen sie und ihre Familie wieder Kontakt zu ihrer Geburtsstadt auf, die heute mit Stolz ihre ehemalige Stadttochter ehrt.

Bei der feierlichen Eröffnung des Gedenkraumes wurden Reden von Vertreter*innen der polnischen wie auch der deutschen Seite gehalten. Für die Familie Wolf verlas Katrin Wolf eine Rede ihres Vaters Gerhard zur Einweihung dieses Raumes. Sie betonte in ihrer Einleitung, dass sich Christa Wolf sehr gefreut hätte, denn darum sei es ihrer Mutter immer gegangen: „Um Verstehen, Verantwortung und Verständigung.“
Katrin Wolf (als „Lenka“ im Buch „Kindheitsmuster“ verewigt) war als 14-Jährige dabei, als ihre Eltern nach Gorzów fuhren und zehrt bis heute von den positiven Erinnerungen an die Stadt. 2017 war sie mit ihrem Sohn Anton erneut in Gorzów: „So werden Beziehungen weiter gepflegt über die Generationen – das ist lebendige Versöhnung in Aktion“.

Die Christa Wolf Gesellschaft, die eine Video-Installation für das Kabinett unterstützte, war u.a. durch die Vorstände Therese Hörnigk und Martin Hoffmann vertreten. Die Vorsitzende Therese Hörnigk dankte den polnischen Initiator*innen und Unterstützer*innen für ihr andauerndes Engagement zur Würdigung Christa Wolfs und verwies auf das Buch „Kindheitsmuster“, in dem sich die enge Beziehung von Christa Wolf zu Gorzów für jede*n lesbar nachvollziehen lässt.

Hier finden Sie:
>> Verlesene Rede Gerhard Wolf (PDF)
>> Rede Therese Hörnigk (PDF)

Eine Auswahl von Veröffentlichungen:
>> Märkische Oderzeitung vom 31.01.2018
https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1634807
>> Homepage der Stadtbibliothek Gorzów
https://www.wimbp.gorzow.pl/otwarcie-gabinetu-christy-wolf/
>> Zwei Artikel bzw. Fotos in der polnischsprachigen Online-Zeitung Gorzóws: http://www.egorzowska.pl/pokaz,galeria,0,0,2018-01-30_gorzow_powinien_zyc_z_christy_wolf_j,

http://www.egorzowska.pl/pokaz,kultura,8339,gorzow_powinien_zyc_z_christy_wolf_br_jak_gdansk_z_guntera_grassa,