Ausstellung CO POZOSTALO – WAS IST GEBLIEBEN (09-11/2018)

  • Foto: Gregor Stach
  • Magdalena Lazarczyk "Eins zu eins", im Hintergrund: Piotr Lakomy "Wartesaal" (Foto: Gregor Stach)
  • Piotr Lakomy "Wartesaal" (Foto: Gregor Stach)
  • Dominika Olszowy "Manhattan" (Foto: Gregor Stach)

Eine Ausstellung zum Werk Christa Wolfs an Orten in Deutschland und Polen schägt eine Brücke zwischen den Heimaten der Autorin: Das MOS Art Center in Wolfs Geburtsstadt Gorzów Wielkopolski (Polen) und das Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLkM) in Frankfurt/Oder (Deutschland) stellen Werke zum Themenkomplex Erinnerung/Geschichte aus.

Während die Frankfurter Ausstellung aus fertigen Arbeiten besteht und um zwei Arbeiten aus der Sammlung des BLmK von VALIE EXPORT und Olaf Nicolai ergänzt wrude, finden sich im Gorzówer Teil der Ausstellung Arbeiten, die jungen Künstler_innen speziell für diesen Ort realisierten.

Die teilnehmenden jungen Künstler – Azem Deliu, Piotr Łakomy, Magdalena Łazarczyk, Dominika Olszowy, Mateusz Rosiński, Rafał Wilk – geht mit dem Thema unter der Perspektive von individuellen Erfahrungen und eigenen Mitteln um. In den ausgewählten Arbeiten tauchen nostalgische Akzente, sentimentale Rückbesinnung auf die Kindheit und Experimente mit Erinnerung stimulierenden Materialien auf. Bei der Ausstellung finden wir auch die Suche nach Wurzeln der künstlerischen Identität und bewusste Bildmanipulationen.

Als Ausgangspunkt für die Ausstellung nahm Kuratorin Marta Gendera die Frage nach der Verlässlichkeit der Erinnerung, inspiriert vom Werk der in Landsberg geborenen Schriftstellerin Christa Wolf. Die Autorin untersucht die Wiederholung von Geschichte, die Wirksamkeit von Erinnerungen und deren Deformationen im individuellen und gemeinschaftlichen Gedächtnis. In ihrem Buch „Kindheitsmuster“ schreibt sie unter anderem über den „fatalen Hang der Geschichte zu Wiederholungen, gegen die man Widerstand leisten muss“, und über die zeitgeschichtliche Aufarbeitung der deutschen Geschichte. Die von der deutschen Autorin geschilderten Aspekte sind auch heute aktuell.

Die Ausstellung findet im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLkM) in Frankfurt Oder vom 02.09. bis 04.11.2018 und in MOS Art Center in Gorzów Wielkopolski vom 14.09. bis 21.10.2018 statt.

Realisiert wurde die Ausstellung mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland (Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit) im Rahmen der Projektlinie “Europa 1918-2018: Erinnerung(en) bewahren, Zukunft gestalten”.
Für das Grafikdesign ist Ania Witkowska verantwortlich.

Im Rahmen der Ausstellungen fanden in Gorzów Wielkopolski (Polen) folgende Veranstaltungen statt:

Treffen mit Edwin Bendyk am 20.09.2018 um 18 Uhr, MOS

Wie kann man das Phänomen der Begeisterung für deutsche Geschichte heutiger westpolnischer Städte erklären? Was sind Zukunftsszenarien für polnische Städte? Über Erinnerungskultur und 100- jährige Unabhängigkeitsfeierlichkeiten, Bürgerumfragen, Untersuchungen über die Stadt der Zukunft und die Kulturpolitik Polens spricht der Autor Edwin Bendyk mit Kuratorin Marta Gendera.

Edwin Bendyk ist Journalist, Publizist und Schriftsteller. Schreibt für das Wochenblatt „Polityka“ über Probleme der Zivilisation und Technikeinflüsse auf Gesellschaft und Leben. Führt eigenen Blog Antymatrix. Autor der Bücher u.a.: „Vergiftete Brunnen. Über Macht und Freiheit“, „Antymatrix“ , „Mensch im Netzlabyrinth“, „Liebe, Krieg, Revolution, Krisen Skizzen“ und „Netzmeuterei“. Leiter des Zentrums für Zukunftsforschung am Collegium Civitas.

Auf den Spuren von Christa Wolfs „Kindheitsmuster“.
Nelly aufspüren – Treffen mit Robert Piotrowski

am 22.09. um 13 Uhr, Zespół Szkół Ekonomicznych

Christa Wolf hat ihre Heimatstadt als 16- jährige verlassen, kehrt aber in ihrem Werk und persönlich immer wieder zurück. In der ehemaligen deutschen Stadt, die heute polnisch ist, finden sich nur noch wenige offensichtliche Spurent, deshalb suchen wir in Gedanken „Lieux de memoire“ – Orte des Erinnerns. Gelegenheit dazu gibt uns das Treffen mit Robert Piotrowski auf den Spuren von Christa Wolfs Nelly.

Robert Piotrowski – Kulturwissenschaftler, Historiker, Publizist, Sammler und Freelancer. Autor von Buch- und Bildbänden. Forscher der Heimatgeschichte Gorzóws.