Ausstellung „Christa Wolf zum 90. Geburtstag“

  • Studentinnen arbeiten gemeinsam mit Birgit Dahlke in den Räumen der Arbeits- und Forschungsstelle Christa und Gerhard Wolf an der Bannerausstellung.
  • Um die Praktikabilität und Wirkung der Ideen zu testen, erstellen die Studentinnen per Hand erste Entwürfe.
  • Geschäftiges Recherchieren, während im Nebenraum die visuelle Umsetzung der Inhalte und Konzepte erfolgt.
  • In Zusammenarbeit mit Grafiker Martin Hoffmann nehmen die Banner Form an - zunächst am Computer, bald auch gedruckt.
  • Was sieht gut aus? Was macht Sinn? Was bietet Mehrwert und was fordert zum Betrachten und Nachdenken heraus? Am Computer sieht letztlich alles nochmal anders aus.
  • Nach einem dreitägigen Workshop im Herbst 2018 an der Humboldt-Universität zu Berlin sind die ersten Banner fast fertig.

Seit April 2018 arbeiten acht Studentinnen unter Leitung von Birgit Dahlke zusammen mit dem Grafiker Martin Hoffmann an einer Ausstellung zum literarischen und filmischen WERK Christa Wolfs.

Die geplante Wander-Ausstellung konzentriert sich bewusst darauf, die bekannte Autorin auf unerwarteten Wegen über ihre poetische Sprache, originäre Erzählweise und innovative Themensetzung vorzustellen, statt wie in vielen früheren Ausstellungen über ihre Biographie.

In 12 Bannern werden überraschende Perspektiven auf eine vielfältige Literatur aus mehr als 50 Jahren ermöglicht. Die grafische Anordnung vermeidet Hierarchien und bietet stattdessen Anschlüsse sowohl für Eingeweihte als auch für Neulinge, vor allem Jüngeren will sie Zugänge zu einer komplexen Ästhetik ermöglichen.

Die Banner können frei im Raum stehend aufgestellt werden. Sie präsentieren einen thematischen Schwerpunkt, etwa: „Christa Wolf in ihren Briefen“, „Christa Wolf international“, „Christa Wolf und der Osten“, „Seite 90 zum 90.“, „Christa Wolf und der Film“ oder „Der erste Satz im Prosawerk Christa Wolfs“. Neben den thematischen wird es auch solche Banner geben, die sich ausgewählten Werken Christa Wolfs und der dazu entstandenen bildenden Kunst widmen, etwa Medea, Kassanda und Stadt der Engel. Die Banner zeigen nicht vor allem Textausschnitte, sie spielenmit der Spannung zwischen Text und  nichthierarchischer grafischer Anordnung und generieren durch unerwartete Zuordnung originäre Textfelder.

Wo Besucher_innen zu lesen und zu sehen beginnen, ist nicht vorgegeben. Ja die einfache Orientierungsvorgabe wird gezielt unterlaufen und durch die Ermutigung zur „wilden Lektüre/Sichtung“ abgelöst. Sowohl auf dem einzelnen Banner als auch zwischen den Bannern können die Besucher_innen von unten nach oben, von rechts nach links, diagonal oder quer lesen und wahrnehmen. Unerwartete Montagen und Kontraste führen zu Re-Kontextualisierungen, werfen Fragen nach Poesie und Geschichte, nach dem individuellen ästhetischen Weg Christa Wolfs auf.

Die Ausstellung regt durch ihre vielfachen Anküpfungspunkte und Offenheit zum Nachdenken an: Was zeigt sich, wenn man jeweils die Seite 90 eines Prosatexts zu einem Gesamttext zusammenstellt? Welche Vielfalt an „Stimmen“ ergibt der Blick auf die Briefschreiberin, die sich diversen Adressaten zuwendet? Welche Lektüren werden erwähnt und vor allem in welchem Gestus? Wie liest sich der Buchtitel „Kein Ort. Nirgends“ in 30 unterschiedlichen Sprachen und Schriften? Welche literarischen Formate fand die Autorin für die sie lebenslang interessierenden Gegenstände?

Ein Grundprinzip der Ausstellung ist ihre Mobilität. Die Roll-Ups aus TYVEK (einem nahezu unzerreißbaren Material feiner Struktur, das Papier assoziiert) in drei Sets werden im März 2019 öffentlich vorgestellt und danach auf Anfrage an interessierte Bibliotheken, Schulen, Universitäten, Literaturhäuser, Goethe-Institute u.a. verliehen.

In einem Beiheft zur Ausstellung, hg. von Dr. Peter Böthig, finden interessierte Besucher_innen Informationen über das Leben der Autorin, in deutscher und englischer Sprache.

Die Ausstellungseröffnung im März 2019 wird von öffentlichen Veranstaltungen begleitet. Nähere Informationen zum Programm werden demnächst auf der Website der Christa Wolf Gesellschaft veröffentlicht.

Gefördert durch (Stand: Oktober 2018)

Christa Wolf Gesellschaft
Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften

Mitarbeit

Leonore Bartsch, Marina Brafa, Ronja Dierks, Elisa Gabelli,  Katharina Hackl, Daria Kolesova, Charlotte Kramer, Victoria Lückemann, Dr. Anne Peiter, Emma Charlott Ulrich, Leonie Wieschollek