Kassandras Rufe in Israel (20.02.2015 )

Über Christa Wolfs Erzählung in Welten mit ‚Schutzwall‘

Einlass: 18:30, Beginn: 19:00 Uhr
Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125
Eintritt: 5,- € / 3,- € (für Mitglieder der Christa Wolf Gesellschaft: frei)

Radio-Feature-Präsentation und Gespräch:

Charlotte Misselwitz, die seit 2007 zwischen Berlin und Tel Aviv pendelt, versucht in einem 2012 im Deutschlandradio gesendeten Feature, die Rezeption der Wolfschen Erzählung „Kassandra“ nachzuzeichnen. Israelische intellektuelle Frauen, allesamt Nachfahren der zionistischen, sozialistischen und antifaschistischen Begründer des Landes, sprechen über die Aktualität von Christa Wolfs Erzählung. Für sie und andere Zeitgenossinnen stellen sich Parallelen zur erzählten Geschichte um die Seherin Kassandra her. Sie sprechen über Erfahrungen von gesellschaftlichen Diffamierungen und Pathologisierungen. Es scheint ein Bild vom Troja in der Gegenwart auf. Die Metapher des Textes „Helena ist eine Lüge“ erinnert an aktuelle Parolen von Kriegspropaganda. Zeuginnen sind u.a. die Übersetzerin der Erzählung ins Hebräische, Dozentin an der Universität und Tochter eines Generals, die über Wahrheitskonstruktionen in der Gegenwart berichtet.

Moderation: Therese Hörnigk

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